Cotta ist ein eng bebauter, vorwiegend gründerzeitlich geprägter früherer Arbeiterwohnstadtteil, und sein auffälligstes Merkmal ist der hohe Anteil an Kaffeemühlenhäusern. Der Name steht für eine Bauform: ein gedrungenes, kleinteiliges Mehrfamilien-Mietshaus, bei dem ein einziger Aufgang nur wenige Parteien erschließt. Für uns ist das keine Architekturfrage, sondern eine Zugangsfrage.
Dazu kommt das Schanzenviertel, ebenso dicht gestellt. Von Altcotta, dem Kern vor der Gründerzeit, sind dagegen nur fünf Gebäude erhalten — was hier hinter einer Tür steckt, stammt also fast durchweg aus der Zeit danach. Und wo saniert wurde, sitzt hinter einer alten Haustür oft neuere Schließtechnik, während im Nachbarhaus noch der ursprüngliche Zylinder arbeitet.
Kleinteilig heißt außerdem: Es gibt selten einen Hausmeister, der einen Zweitschlüssel führt. Was in einem großen Wohnblock ein Anruf beim Verwalter löst, steht in Cotta als Frage vor der Tür — und wird dort entschieden.