Der Eingang eines Prohliser Wohnblocks ist keine gewöhnliche Haustür. Hinter ihr liegen Treppenhaus und Aufzug, der Gemeinschaftskeller mit den Verschlägen sehr vieler Haushalte, dazu Trockenraum, Fahrradkeller und weitere Nebenräume. Diese eine Tür trennt also nicht eine Wohnung von der Straße, sondern den halben Block samt allem, was dort eingelagert ist. Entsprechend sorgfältig wird geprüft, wer sie geöffnet bekommt.
Jedes Gespräch beginnt deshalb mit derselben Unterscheidung: zugefallen oder abgeschlossen. Zugefallen heißt, dass nur die Falle eingerastet ist — die schräge, gefederte Zunge, die beim Zuziehen von selbst einschnappt. Abgeschlossen heißt, dass der Riegel ausgefahren wurde, also der gerade Bolzen, den der Schlüssel in den Rahmen schiebt. Das ist der größte Aufwandsunterschied überhaupt, und an einer stark genutzten Hauseingangstür fällt die Antwort oft anders aus als an der Kellertür zwei Geschosse tiefer.
Geöffnet wird in fester Reihenfolge: erst die Falle zurückdrücken, dann den Schließzylinder überwinden — das ist der Teil mit dem Schlüsselloch —, und erst danach wird gebohrt. Ein aufgebohrter Zylinder wird anschließend maßgleich ersetzt, in Länge und Bauform passend zum Türblatt. In der Regel bleibt die Tür bei alldem unversehrt. Garantieren lässt sich das nicht: Ob ein Zylinder Bohrschutz trägt oder längst defekt ist, entscheidet sich an der Tür und nicht am Telefon.